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53. WEINLESE DES CELLI WEINGUTS

34. WEINLESE VON MAURO SIRRI

Liebe Freunde,

Im Jahr 2017 haben sich die Auswirkungen des Klimawandels stark intensiviert, das sehen nun auch die Skeptischsten ein. Wenige Niederschläge und hohe Temperaturen haben di Weinreben auf harte Probe gestellt, vor allem die in den höheren Hügel gelegenen.
Die älteren Weinreben, bei denen die Wurzeln tiefer und ausgebreiteter sind, haben natürlich besser reagiert, indem sie sich noch tiefer in den Felsen, den sogenannten “Spungone Romagnolo” verwurzelt haben (Der Spungone ist ein für unser Gebiet typischer Tuffstein mit Elementen von Meeresfossilien).
Die Reben haben somit Mikroqualitätsstoffe aus dem Gestein entzogen, die dazu beitragen werden, Persönlichkeit und Charakter unserer Weine zu bereichern.
Die jüngeren Weinreben haben unter diesem außergewöhnlichen Saisonablauf mehr gelitten, mit negativen Auswirkungen auf den Ertrag, mit einem Produktionsverlust von zirka 50 %.
In meinen 34 Jahren Erfahrung als Winzer ist es noch nie vorgefallen, dass wir in der ersten Augustwoche gelesen haben, genauer gesagt am 8 August, praktisch drei Wochen vor der Durchschnittszeit der letzten zehn Jahre. Diese müssen wir aber auch als ungewöhnlich betrachten, wenn man bedenkt, dass der Sangiovese in den 70er Jahren im Oktober gelesen wurde.
In diesem nicht gerade vielversprechenden Panorama heben sich jedoch auch positive Seiten ab:
erstens haben die für den Weinbau am meisten geeigneten Gebiete und die besten Weinreben bewiesen, dass sie auch unter extremen Bedingungen zurechtkommen. Erfahrene Winzer haben bei den agronomischen Verfahren gute Strategien entwickelt, um die Qualität beizubehalten. Völlig gesunde Trauben und sehr wenige pflanzenschützende Eingriffe, interessante analytische Parameter, mit Zuckergehalt, aber auch Extrakt und mit gutem Säuregehalt.
Die Weinlesen der letzten zehn Jahre haben uns auf harte Probe gestellt, manchmal haben sie auch das ökonomische Gleichgewicht unserer Firma beeinträchtigt. Trotzdem sind wir vom Celli Team durch diese Erfahrung gestärkt und haben Antikörper und Kenntnisse entwickelt, die uns Hoffnung für die Zukunft geben.
Diese Erfahrung hat uns dazu bewegt, in diesem Jahr für alle unsere Reben den Weg zur Umstellung auf eine Bio-Landwirtschaft einzuschlagen.
Neue Ziele, neue Herausforderungen.
Wir werden natürlich auf den kommenden Frühling warten müssen um ein endgültiges Urteil über die 2017 Weinlese zu fällen, aber ich wage es jetzt schon zu sagen, dass wir Weine von hochwertiger Qualität haben werden.
Leider ist der Ertrag pro Hektar drastisch gesunken. Wir werden trotzdem alles daran setzten, eine Politik der Preise so beizubehalten, dass sich die ökonomischen Gleichgewichte der Firma und die Ansprüche unserer Kundschaft ausgleichen.
Vertrauen Sie uns, wir haben Sie in mehr als einem halben Jahrzehnt nicht enttäuscht und werden Sie auch mit diesem 2017 Jahrgang nicht enttäuschen.

Mauro Sirri