WEINLESE 2020
WEINLESE 2019
WEINLESE 2018
WEINLESE 2017
WEINLESE 2016
WEINLESE 2015
WEINLESE 2014
WEINLESE 2013
WEINLESE 2012
WEINLESE 2011
WEINLESE 2010
WEINLESE 2009
WEINLESE 2008
WEINLESE 2007
WEINLESE 2006
WEINLESE 2005
WEINLESE 2004
WEINLESE 2003

WEINLESE 2015

EINE WEITERE EINZIGARTIGE WEINLESE!

32. WEINLESE VON MAURO SIRRI

Liebe Freunde,

Ich fange beim ersten Paragrafen der Beschreibung der Weinlese 2014 an und wiederhole:

Bei der geringen Erfahrung, die ich in diesen Jahren erworben habe, können Jahrgänge wie 2014 als einmalig betrachtet werden, durch den saisonalen Wtterablauf, die Erntezeit, die unheimlich anspruchsvolle Arbeit in den Weinreben und die im Keller durchzuführende Strategien. Dies ist eine von den Weinlesen, von der wir unseren Kindern und Enkeln sagen können: „Ich war dabei“.

Angesichts dessen, was im Jahr 2015 geschehen ist, können wir sagen: „man hört nie auf zu lernen.“ Die Schwierigkeiten vermehren sich und stellen uns auf harte Probe, aber der Mensch hat die Fähigkeit, sich an undenkbare Situationen anzupassen.

Der Sommer 2015 kann als das heißeste und trockenste Jahr betrachtet werden, das wir jemals in Bertinoro erlebt haben. Wir hatten Höchsttemperaturen von über 36 Grad und Nachttemperaturen die selten unter 20 Grad fielen.

Vor jeder neuen Weinlese toben sich die Medien üblicherweise mit Vorhersagen über die neuen Jahrgänge aus, die wohl oder übel alle hervorragend sein sollen. Man verschwendet sich an Interviews und Aeusserungen jeder Art und jeder versucht, größer zu setzen. Ich bin immer etwas zweifelnd, wenn ich Vorhersagen ausdrücken soll, vor allem, wenn wir außergewöhnliche Wetterverhältnisse erleben, wie im Jahr 2015.

Zweifelhaft waren die Arbeitsstunden im Weinberg gering: kein Gras wuchs, es war nicht viel Behandlung nötig, Mehltau und Falscher Mehltau hatten keinen fruchtbaren Boden, die Lese verlief friedlich, ohne dass wir den Schirm öffnen mussten.

Also, alle waren glücklich, aber …… die Erfahrung lehrt, dass es keine perfekte Welt gibt.

Erstens verursachte die Trockenheit einen Produktionsmangel von 20-25%, eine bedeutungsvolle Erhöhung des Zuckerspiegels und eine relative Senkung des Säuregehaltes.

Temperaturen über 33 Grad reduzieren oder unterbrechen in der Regel die Photosynthese und stören die Reifung der Trauben. Übermäßige Sonnenbestrahlung kann den Trauben Verbrennungen zuführen, usw.

Also mussten wir auch dieses Jahr die extremen Wetterverhältnisse interpretieren und mit größter Vorsicht vorgehen. Wir vermieden es, die schattenspendenen Zweige abzuschneiden, aber gleichzeitig, die Trauben zu lüften.

Wir giengen achtsam vor: vorzeitige Weinlese, Kontrolle über PH-Werte und Säuregehalt, gewissenhafte und sorgfältige Weinherstellung. Wir versuchten, die nicht übermäßigen Terpene zu bewahren, welche die Trauben unter diesen schwierigen Wetterbedingungen angereift hatten, damit sie sich entwickeln konnten.

Unsere Strenge, unsere Erfahrung, ein HALBES JAHRHUNDERT IN DER FLASCHE, haben uns wie gewöhnlich ermöglicht, charaktervolle Weine, die ein Terroir ausdrücken und von einer NEUEN EINZIGARTIGEN WEINLESE erzählen, auf den Tisch zu bringen.

Zum Wohl, liebe Freunde bis zum nächsten Jahr!

Mauro Sirri