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SIND WIR ALLE GRETAS KINDER ?

55. WEINLESE DES WEINGUTS CELLI – 36. WEINLESE VON MAURO SIRRI

Liebe Freunde,

Ich glaube, dass der Klimawandel nun auch von denjenigen fühlbar ist, die nicht in engem Kontakt mit der Natur stehen.
Die Durchschnittstemperaturen steigen und Zeiten von großer Trockenheit wechseln sich mit kurzen Perioden von intensivem Regen ab, welche die Wasserregulierung auf harte Probe stellen und das Risiko von Verschlammungen und Erdrutschen erhöhen, geschweige denn von der Schwierigkeit, die Pilzkrankheiten zu beschränken.

Ich bin ein Weinhersteller, aber ich gehe auch gerne Skifahren und seit fast 50 Jahren verbringe ich eine Woche im Januar in den Dolomiten. Ich habe diesen als sehr kalten Monat in Erinnerung, mit anhaltenden unter Null Temperaturen.
Seit 10-15 Jahren hat sich diese Tendenz gewendet und die Temperaturen sind oft einige Grade über Null.

Aber zurück zur Weinherstellung:
Wir haben letztes Jahr neue Weinreben angepflanzt, so wie es die Tradition will, im Februar. Denn laut alten italienischen Sprichwörtern sollen die Monate März und April mit viel Regen gesegnet sein. Aber Ende April mussten wir sogar wegen Regenmangel bewässern und dann …….bescherte uns der Mai beinahe 20 Tage lang mehr oder weniger ständigen Regen, der schlimme Verschlammungen verursachte. Wir hatten ernste Schwierigkeiten, Pflanzenschutzbehandlungen durchzuführen, weil wir mit den Traktoren nicht in die Weinreben kamen. Diese schlechten Bedingungen haben Angriffe von Mehltau gefördert und Blumenabtreibung verursacht, vor allem bei der empfindlichen Traubensorte Albana.
Der Sommer war warm, aber glücklicherweise näherten sich die Temperaturen nie denen vom 2017. Einige Regenschauer haben den Reben geholfen, Ende Juli den Wasserstress zu überwinden.
Trotz diesem Saisonablauf, haben wir auch im 2019 die Weinlese vorgeschoben.

Jedes Jahr steigen die Schwierigkeiten. Wenn es hart auf hart kommt, werden wir unser Spiel spielen, aber wir können nicht zulassen, dass unser Planet sich zerstört. Deshalb ist eine kollektive Anstrengung nötig, um wenigstens den Prozess der globalen Erwärmung zu verlangsamen.

Seit vielen Jahren führen wir eine umweltfreundliche Landwirtschaft. Seit drei Jahren befinden wir uns in Umstellung auf Bio und mit der Weinlese 2020 werden alle unsere Trauben in jeder Hinsicht vollwertig BIO sein.
Dank unserer unermüdlichen Mitarbeiter, die sich Körper und Seele unserer Firmen Philosophie gewidmet haben, ist es uns gelungen, auch dieses Jahr eine ausgezeichnete Qualität der Trauben zu erhalten, knackig und duftig. In der Frucht konnte man schon den Charakter der Rebsorte und die Züge des Terroirs erkennen.
Dieser Erfolg hat uns jedoch einiges an Arbeitskraft und Produktmenge gekostet.

ICH BEUGE MICH, ABER ICH BRECHE NICHT.
WIR WERDEN WEITER KAEMPFEN, UM EUCH IMMER DAS BESTE ZU BIETEN.

Mauro Sirri